Zum Bericht der Mitteldeutschen Zeitung zur Suspendierung des Dessauer Polizeischefs erklärt der Vorstand des Kreisverbands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dessau-Roßlau:

Mit Empörung haben wir erfahren, dass der Geschäftsführer der CDU-Stadtratsfraktion Jörg Schwabe nur einen Tag nach der Trauerfeier für die ermordete Yangjie Li gemeinsam mit seiner Frau, der Mutter des mutmaßlichen Täters, ein Gartenlokal eröffnet hat. Dass diese Eröffnungsfeier nicht aus Gründen des Anstands abgesagt wurde, macht uns fassungslos. Eine fröhliche Eröffnungsfeier an einem solchen Tag verletzt nicht nur den gebotenen Anstand gegenüber den Eltern der Toten. Es ist in besonderer Weise pietätlos, da es sich bei dem Tatverdächtigen um den Stiefsohn des Stadtratmitgliedes handelt.

Herr Schwabe hat als gewählter Vertreter der BürgerInnen von Dessau-Roßlau eine Vorbildfunktion. Mit seinem öffentlichen Auftreten in den letzten Tagen gibt er ein verheerendes Bild im Umgang mit dem Tod von Yangjie Li ab. Er schadet damit dem Ansehen der Stadt, deren BürgerInnen deutlich gezeigt haben, dass sie diese Tat zutiefst bestürzt und die auf vielfältige Weise ihrer Anteilnahme und Trauer Ausdruck verliehen haben.

Wir schließen uns der Forderung unserer Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann an, dass Herr Schwabe sein Stadtratsmandat bis auf weiteres ruhen lassen sollte.

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