Kaum ein anderes Tier gehört – wahrscheinlich schon für jedes Grundschulkind – zur heimischen Natur wie der Igel und trotz dieser Selbstverständlichkeit gilt er seit Ende 2024 als „potentiell gefährdet“. Unsere moderne Landwirtschaft und Infrastruktur stören den natürlichen Lebensraum des Tieres, berauben ihm seiner Unterschlupfmöglichkeiten und verdrängen seine Nahrungsquellen.
Eine der neusten Bedrohungen: Mähroboter. Auch wenn dieses Thema beim ersten Lesen irrelevant erscheinen mag, sterben vermehrt immer mehr Kleintiere durch den Betrieb dieser Geräte. Tagsüber richten diese keinen großen Schaden an; abends jedoch bedrohen sie die nachtaktiven Igel, welche bei Bedrohung nicht flüchten, sondern versuchen sich mit ihren Stacheln zu schützen und dabei von den Klingen des Roboters verletzt werden. Wunden an denen viele Tiere leider verenden.
„Sie bleiben bei Gefahr regungslos, stellen ihr Stachelkleid auf – das hilft jedoch nicht gegen die Klingen der Geräte. Die Zahl solcher Fälle hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen“
Birgit Steindl – Igelhilfe Dessau-Roßlau
Um den Igel weiterhin als festen Teil unserer Umwelt sehen zu können gilt es der bisherigen Entwicklung entgegenzuwirken. Städte und Gemeinden wie Köln, Leipzig, Göttingen, Mainz oder Nuthetal und Borkheide in Brandenburg haben bereits den abendlichen und nächtlichen Betrieb von Mährobotern verboten. Dessau-Roßlau könnte folgen.
Um Aufmerksamkeit zu Erregen und das Thema in die Öffentlichkeit unserer Stadt zu rücken veranstalten wir am 3. September 2025 um 19 Uhr einen „Grünen Abend“unter dem Motto „Nachtfahrstopp für Mähroboter“.
Unsere Gärten und Parks können ein sicherer Rückzugssort für diese Tiere sein, wenn wir diese Orte als eben solche gestalten:
Unterschlupfmöglichkeiten wie Laub-, Riesig- oder Totholzhaufen können bereitgestellt werden, aber auch heimische Büsche und dichter Bewuchs an einigen Stellen können dafür sorgen, dass unser Garten nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Tiere unserer Umwelt zum Heim gehören.
Weitere Infos zum Thema findest du beispielsweise auf Portalen des BUND oderNABU.
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