Unsere liebgewonnene Anhalt-Arena ist in die Jahre gekommen und hat massive Baumängel. Die Halle wurde 1940 als Produktionshalle der Polysius AG gebaut und später als Lagerhalle des ZAB Dessau genutzt. In den Jahren 1964/1965 bauten die Sportfreunde der BSG ZAB Dessau sie in eine Sportarena um. Seitdem ist sie ein traditionsreicher Ort des Sports. 1974 fanden in der Halle sogar vier Begegnungen der Handball-Weltmeisterschaft und später einige Länderspiele statt. Zudem ist sie Austragungsort vielfältiger Veranstaltungen – von Boxkämpfen über Konzerte bis hin zu Leichtathletikwettbewerben und Hallenfußballturnieren.
Die letzte grundhafte Sanierung erfolgte vor 26 Jahren. Seitdem haben sich neben den sportlichen Anforderungen wesentliche baurechtliche Änderungen, u.a. im Brandschutz, ergeben. Darüber hinaus sind der Sanierungsstau und die Mängelliste sehr umfangreich. Heizung, Sanitäranlagen und Lüftung müssen grundlegend erneuert werden. Der Brandschutz muss neu gedacht werden.
Um die Arena für eine gesellschaftliche und sportliche Nutzung zukunftsfähig zu machen, bedarf es laut der uns vorgelegten Kalkulationsgrundlage mindestens 7,5 Millionen Euro. Aus den Sanierungserfahrungen bei Altbauprojekten der letzten Jahre (z.B. beim Schloss Georgium oder der wissenschaftlichen Bibliothek) ist von erheblichen Mehrkosten auszugehen. Viele Mängel liegen verborgen unter Beton, Stahl und Holz. Wir wissen also nicht, was uns eine Sanierung schlussendlich kosten wird. Auch ist nicht bekannt, ob die sanierte Halle dauerhaft den Anforderungen der 1. und 2. Handballbundesliga genügen wird.
Aus diesem Grund haben wir einen Änderungsantrag eingebracht, der neben der zwingend notwendigen Dachsanierung, auch eine Machbarkeitsstudie für einen Ersatzneubau in Auftrag geben wird. Dem Antrag wurde in den Ausschüssen fraktionsübergreifend und mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Die Stadtverwaltung hat unsere Vorschläge überwiegend übernommen und in den Stadtrat eingebracht. Auch dort gab es eine Mehrheit. Die entsprechenden Gelder werden im Haushalt 2027 abgebildet. Ziel ist es, Ende 2027 eine belastbare Studie für eine Multifunktionsarena vorliegen zu haben. Bei der Planung sollen insbesondere die künftigen Nutzenden, darunter der Dessau-Roßlauer HV und der Anhalt Sport e.V., aktiv eingebunden werden, damit ihre Bedarfe bestmöglich berücksichtigt werden können.
Uns schwebt eine Multifunktionsarena vor, wie z.B. die Schwalbe Arena des VFL Gummersbach, die neben dem Profi- auch dem Breiten- und Schulsport eine Heimat geben kann. Ferner soll die Halle auch für Konzerte und andere Veranstaltungen nutzbar sein. Über den Standort wird noch zu reden sein. Wir schlagen das Gelände „Am Junkerswerk“ zwischen Dekra und Rundbogenhalle vor. Dieser Standort bietet eine perfekte Anbindung an Bus+Bahn und ausreichend Platz für Parkplätze (auch in Hinblick auf die BUGA 2035). Wir sind auf die Ergebnisse gespannt und freuen uns auf eine anregende und zielorientierte Diskussion.
Christoph Kaßner, Bastian George & Stephan Marahrens
