Die Aussagen unseres Oberbürgermeisters Dr. Robert Reck beim Neujahrsempfang und im letzten Amtsblatt zur Kliniksanierung bedürfen einer kritischen Würdigung.
Der Oberbürgermeister bemängelte, dass ihm die Sanierung des Städtischen Klinikum Dessau nicht schnell genug vorangehe. Damit suggeriert er, dass die Akteure, insbesondere die neue Klinikleitung, nicht ausreichend effizient arbeiten, und fordert implizit eine schnellere Lösung. Doch schneller Kosten zu sparen bedeutet zwangsläufig, an materielle und personelle Substanz zu gehen.
Dabei war es der OB selbst, der diesen Weg – inklusive Zeitschiene – vorgeschlagen und zur Umsetzung gebracht hat. Eine breite Mehrheit der demokratischen Parteien im Stadtrat stimmte zu, wohlwissend, dass die Sanierung einen hohen zweistelligen Millionenbetrag kosten wird. Ziel ist und bleibt, die Qualität zu verbessern, Kosten zu reduzieren und Strukturen zu optimieren, ohne die personelle Substanz anzutasten.
Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass die neue Klinikleitung die Sanierung im geplanten Zeitraum umsetzen kann. Ob es schneller geht, hängt von externen Faktoren ab, die derzeit nicht kalkulierbar sind. Wir stehen zur neuen Klinikleitung um Herrn Saft und Prof. Dr. med. Herborn und zu dem eingeschlagenen Weg.
Abschließend sei daran erinnert, dass Dr. Reck in seiner Zeit als Beigeordneter für Wirtschaft, Kultur und Sport (2016-2021) eine Aufsichtsfunktion über das Klinikum innehatte. Daraus ergibt sich die Frage, warum die desolate Situation des Klinikums erst 2024 öffentlich wurde, obwohl bereits in den Jahren zuvor Stadtratsmitglieder – insbesondere Frau Heide Ehlert (Die LINKE) – auf Intransparenz und unklare Geschäftszahlen hingewiesen hatten.
Ihre Grüne Stadtratsfraktion Dessau-Roßlau
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